Plan G: Newsletter #26 — Vom Recht, selbst zu entscheiden

Iris und ich beschäftigen uns in diesem Jahr viel mit der Frage, wie es für Menschen ohne medizinische Vorkenntnisse leichter werden kann, gute Gesundheitsentscheidungen zu treffen. Im April-Newsletter hat Iris ja etwas ausführlicher beschrieben, welche Rolle dabei das Umfeld spielt, in dem diese Entscheidungen gefällt werden. Heute geht es mehr um die Frage, was Menschen in die Lage versetzt, in einem unübersichtlichen Umfeld und bei komplexen Fragen die für sie passende Entscheidung zu treffen.

Ansprechpartnerïnnen

Eine Voraussetzung ist, dass sie Ansprechpartnerïnnen haben für ihre Fragen. In Deutschland ist das in vielen Fällen ein Arzt oder eine Ärztin. Doch das Setting, in dem Gespräche zwischen Ärztïnnen und Patientïnnen stattfinden, ist dafür nicht optimal. Oft herrscht Zeitdruck. Patientïnnen trauen sich dann nicht immer, ihre Fragen zu stellen und Ärztïnnen fällt es manchmal schwer, sich sprachlich und gedanklich auf ihr Gegenüber einzustellen.

In unseren Texten über das Projekt Share to Care an der Uni-Klinik Kiel hast du vielleicht schon gelesen, dass dort Decision Coaches Patientïnnen unterstützen. Das sind oft Pflegefachpersonen, können aber auch Psychologïnnen, Physio- oder Ergotherapeutïnnen oder Logopädïnnen sein. Sie helfen Patientïnnen dabei, die Informationen zu nutzen, die sie für eine gute Entscheidung brauchen, und sind da, wenn sie Fragen haben. Manchmal helfen sie ihnen auch, sich bewusst zu werden, was ihnen bei der Entscheidung überhaupt wichtig ist. Auch das kann schwer sein, wenn es darum geht, sich für (oder gegen) eine Untersuchung oder Behandlung zu entscheiden.

Für unserem aktuellen Text hat Iris mit Anne Rahn, Professorin für Pflege an der Uni Lübeck, gesprochen. Sie forscht zu Entscheidungsfindung und der Rolle, die Decision Coaches dabei spielen. Im Interview erklärt sie, was Decision Coaches machen und welchen Effekt ihre Arbeit hat. Sie sagt: „Patientïnnen haben eine Recht auf gute Unterstützung bei ihren Entscheidungen.“

Gute Qualität

Auch das Deutsche Netzwerk Gesundheitskompetenz hat sich Gedanken gemacht, wie Entscheidungen leichter fallen. Eine Voraussetzung — vielleicht sogar die wichtigste — sind gute Gesundheitsinformationen. Eine Bibliothek mit solchen Gesundheitsinformationen stellt das Netzwerk schon seit Längerem auf seiner Website zur Verfügung.

Jetzt hat es einen Katalog mit sechs Kriterien veröffentlicht, mit dem sich die Qualität von Gesundheitsinformationen besser beurteilen lässt — und das gleich praktisch mit einigen Gesundheitsportalen ausprobiert. Wie diese Portale im Check abschneiden, kannst du auf der Seite nachlesen. Außerdem findest du unter der gleichen Adresse Links zu weiteren Tipps, wie du gute Gesundheitsinfos erkennst. Alles unter dem Stichwort „verlässliches Gesundheitswissen“.

Die Kriterien ähneln übrigens denen, die wir in unserem Artikel zum Thema beschrieben haben. Kein Wunder, liegt beiden Katalogen doch die Gute Praxis Gesundheitsinformation zugrunde.

Apropos verlässliche Gesundheitsinformationen: Iris hält unseren Text über gute Informationen zur Corona-Impfung ständig aktuell. Sie hat vor Kurzem wieder einige Links am Anfang des Artikels zu neutralen und aktuellen Informationen in verschiedenen Formaten über die im Moment zugelassenen Impfstoffe hinzugefügt. Es lohnt sich also, dort immer mal wieder reinzuklicken und sich auf den neuesten Stand zu bringen.

Veranstaltungstipp

Unser Veranstaltungstipp führt diesmal ebenfalls zum Deutschen Netzwerk Gesundheitskompetenz. Am 14. Juni veranstaltet es von 17 bis 18.30 Uhr ein Webinar zu der Frage wie sich in Sachen Gesundheitsapps gute Entscheidungen treffen lassen. Das Webinar ist kostenlos, wie du dich anmelden kannst und weitere Infos dazu findest du unter diesem Link.

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Herzliche Grüße, auch von Iris,

Silke

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