Plan G: Newsletter #23 — Klartext reden

Der erste Schritt von guten Gesundheitsentscheidungen ist oft: Verstehen, um was es überhaupt genau geht. Wenn du oder jemand von deinen Liebsten aus dem Krankenhaus aber schonmal einen Arztbrief mitbekommen hat, weißt du, dass das Verstehen ganz schon schwierig sein kann — Medizinerlatein ist die Regel und nicht die Ausnahme.

Oft ist es dann auch nicht damit getan, einfach die Wörter zu googlen, denn in die kurzen Fachbegriffe ist noch einiges an Hintergrundwissen eincodiert, das für medizinische Fachpersonen ganz eindeutig ist — aber für den Rest der Menschen eben nicht.

An dieser Stelle setzt der medizinische Übersetzungsdienst an, den Silke in diesem Monat bei Plan G vorstellt: “Was hab’ ich?” ist eine gemeinnützige Organisation, die für Patient:innen kostenfrei die Arztbriefe übersetzt. Das Team hat übrigens auch eine Software entwickelt, mit der Krankenhäuser auch selbst gut verständliche Entlassbriefe für Patient:innen erzeugen können. Denn: Klartext hilft.

Was geht in Sachen Gesundheitskompetenz?

Klartext wurde übrigens auch Mitte Februar bei einer Veranstaltung von Cochrane Deutschland geredet, die sich in erster Linie an Fachleute richtete, die zum Thema Gesundheitskompetenz forschen oder sich professionell damit beschäftigen. Viele Vortragende machten deutlich: Gute Gesundheitsentscheidungen zu treffen, ist keine Aufgabe, für die Menschen allein verantwortlich sind — denn oft stehen dabei die Strukturen in Gesellschaft und Gesundheitssystem im Weg. Deshalb müssen sich Organisationen noch stärker als bisher die Frage stellen, wie sie eigentlich Menschen, die mit ihnen als Patient:innen oder Klient:innen zu tun haben, gute Entscheidungen ermöglichen. Und dazu gab es auch ein großartiges Beispiel von einer Universitätsklinik in Schleswig-Holstein.

Was ich aus der Veranstaltung mitgenommen habe und welche Fragen dort noch diskutiert wurden, habe ich in meinem aktuellen Beitrag auf Plan G aufgeschrieben.

Lesetipp 1: Durchblick beim Rezept

Wenn du von Arzt oder Ärztin ein Rezept erhältst, ist darauf oft ein Medikament verordnet — aber manchmal eben auch ein bestimmtes Produkt zur gesundheitlichen Unterstützung oder eine andere Behandlung, etwa in einer Physiotherapie-Praxis. Was sich in diesem Zusammenhang hinter den Begriffen Hilfsmittel oder Heilmittel verbirgt und was du dabei beachten musst, erklärt ein lesenswerter Beitrag auf gesundheitsinformation.de.

Lesetipp 2: Kein Durchblick beim Impfstoff

Vermutlich hast du die Diskussionen um den Impfstoff von AstraZeneca und den Wissensstand zum Schutz bei Älteren in den Medien mitbekommen. Gleichzeitig ist das aber auch ein schönes Beispiel dafür, wie vermeintlicher Klartext in einer Überschrift suggeriert, dass eigentlich alles bekannt wäre — nämlich, dass der Impfstoff Ältere nicht schützt. So einfach ist es allerdings nicht: Denn die auf den ersten Blick kleine Zahl beim Schutzeffekt hat in Wirklichkeit einen riesengroßen Unsicherheitsbereich.

Unser Kollege Hristio Boytchev hat im British Medical Journal den Fall Handelsblatt nachgezeichnet und zeigt dabei auch, wie durch das Weglassen von Unsicherheit eine Überschrift faktisch falsch wird.

Immer noch relevant: Gute Impfentscheidungen

Deshalb reiten wir immer wieder darauf herum: Das Thema „Umgang mit Unsicherheit“ spielt für gute Gesundheitsinformationen eine wesentliche Rolle. Wir weisen immer wieder auch in Sachen Corona-Impfung gerne auf Informationen und Entscheidungshilfen hin, die das Thema ernst nehmen.

Seit unserem letzten Newsletter sind noch einige empfehlenswerte Quellen hinzugekommen:

Für alle, die nicht so viel lesen oder einfach nach umfangreicherer Lektüre nochmal ihre Gedanken sortieren wollen, ist der COVID-Cube des Deutschen Netzwerks Gesundheitskompetenz interessant. Die interaktive Entscheidungshilfe ist so angelegt, dass du verschiedene Aspekte auswählen und gewichten kannst.

Wenn dich nur einzelne ausgewählte Aspekte interessieren, wirst du auch in den FAQ der Riffreporter zum Thema Corona-Impfung fündig.

Übrigens: Wir aktualisieren fortlaufend unseren Artikel zu den Kriterien für gute Impfinformationen und sammeln dort unsere Empfehlungen, wo du im Netz verlässliche Antworten auf die Fragen findest. Es lohnt sich also, immer mal wieder den Artikel aufzurufen.

Wir brauchen deine Unterstützung

Ja, du hast Recht: Auch in Sachen Plan G sollten wir Klartext reden. Also: Wir stellen unsere Beiträge frei zur Verfügung, damit mehr Wissen für bessere Gesundheit nicht am Budget scheitert. Aber wenn du es dir leisten kannst, ist deine Unterstützung wichtig für uns. Du findest direkt unter unseren Artikeln Infos, wie das einmalig oder regelmäßig mit einem Betrag deiner Wahl geht.

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Aber natürlich freuen wir uns auch über andere Formen deiner Wertschätzung:

Vielen Dank für deine Unterstützung!

Herzliche Grüße, auch von Silke,

Iris

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