Plan G: Newsletter #20 — Wie entscheiden, wenn gute Infos schwer zu finden sind?

Bei uns ging es im November viel um die Frage, wie sich gute Gesundheitsentscheidungen leichter treffen lassen. Vor allem dann, wenn die Bedingungen dafür nicht ideal sind. Das sind sie fast nie. Aber wenn die dafür notwendigen Informationen fehlen oder nur schwer zu finden sind, geraten wir schnell in Stress. Wie der Lösungsvorschlag des Bundesgesundheitsministeriums dazu aussieht, konntest du in diesem Monat bei uns lesen.

Das Nationale Gesundheitsportal kooperiert mit Google

Im Oktober ist bei uns ein Text erschienen, der viel Aufmerksamkeit erzeugt hat, denn er war der erste, der sich ausführlich mit dem neuen Nationalen Gesundheitsportal befasst hat. Darin ging es auch um die Frage, ob das Portal das Versprechen einlösen kann, gute Gesundheitsentscheidungen zu ermöglichen.

Bei dieser Frage spielt nicht nur der Inhalt eine Rolle. Das Angebot muss auch leicht auffindbar sein. Dafür ist es wichtig, dass es in der Trefferliste der größten Suchmaschine Google möglichst weit oben steht. Einen der obersten Plätze zu erreichen ist in der Regel viel Arbeit und kostet Zeit und Geld. Zumindest den Zeitaufwand wollte das Bundesgesundheitsministerium als Herausgeber des Gesundheitsportals reduzieren und ist kurzerhand eine Kooperation mit Google eingegangen.

Was von dieser Kooperation zu halten ist, habe ich mir mal genauer angesehen (Link siehe unten). Google kooperiert in anderen Ländern schon länger mit Einrichtungen des öffentlichen Gesundheitswesens oder großen Krankenhauskonzernen. Die Zusammenarbeit mit dem Nationalen Gesundheitsportal passt zur Strategie des Konzerns: Ein Schwerezentrum in der Medizin zu werden, wie es Riffreporter-Kollege Christian Meyer in seinem Text beschreibt.

Das Ringen um Entscheidungen

Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer. Oder anders gesagt: In der Theorie ist vieles ganz leicht, was in der Praxis fast unmöglich ist. Das gilt leider auch für Gesundheitsentscheidungen. Das kann sicher jede:r im Moment gut nachfühlen, denn wann mussten jemals so viele gesundheitsrelevante Entscheidungen im Alltag getroffen werden, die sich auf alle auswirken können? Reichen selbstgemachte Alltagsmasken, wenn ich zum Einkaufen in die Stadt muss? Ist es in Ordnung eine Freundin zum Tee zu treffen, der es gerade nicht so gut geht? Soll ich meinem Kind erlauben, sich mit mehr als einer Freundin zu treffen?

Iris hat darüber nachgedacht und anhand von vier Aspekten aufgedröselt, warum ihr persönlich Gesundheitsentscheidungen manchmal so schwer fallen (Link siehe unten). Die schlechte Nachricht: Es gibt vermutlich kein Patentrezept, um aus schwierigen Entscheidungen leichte zu machen. Die gute Nachricht: Mit bestimmten Überlegungen fällt es dir viel leichter, mit Entscheidungen hinterher zumindest zufriedener und weniger frustriert zu sein.

Wenn mathematische Modelle die bestmögliche „Evidenz“ liefern

Zu dem Problem, wie sich gute Gesundheitsentscheidungen treffen lassen in einer überkomplexen Situation mit begrenzter Evidenz, ist ein Text im Blog von Cochrane unter wissenwaswirkt.de erschienen. Hier beschreibt Barbara Nussbaumer-Streit, welche Rolle mathematische Modelle für Entscheidungen spielen, wenn es zu wenig Erkenntnisse aus „richtigen“, also empirischen Studien gibt. Das Problem der fehlenden Vergleichsstudien begegnet uns nämlich oft, wenn es um globale Phänomene wie eine Pandemie oder den Klimawandel geht. In diesen Situationen geht es auch darum, schnell handlungsfähig zu werden und dafür die bestmöglichen Evidenz zu nutzen – wohlwissend, dass es gilt, die Evidenz ständig weiter zu verbessern.

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Herzliche Grüße, auch von Iris. Wir wünschen dir eine gute Adventszeit!

Silke

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