Plan G, Newsletter #18: Falschnachrichten guten Gesundheitsenschteidungen im Wege stehen

Wenn es um gute Gesundheitsentscheidungen geht, wollen wir dir in unseren Beiträgen Orientierung bieten: Wo gibt es verlässliche Infos? Wie entsteht überhaupt Wissen in der Medizin? Und wie kriegst du das für deine konkreten Fragen zusammen? Deshalb arbeiten wir uns auch nicht an den vielen Verschwörungsideen ab, die man im Netz finden kann, sondern konzentrieren uns lieber auf das, was dir wirklich hilft.

Ein ganzes Netz voll Verschwörungsideen

Aber manchmal ist es auch ganz hilfreich zu verstehen, wie und warum solche Ideen überhaupt entstehen können und warum sie für manche Menschen so attraktiv sind. Denn daraus werden schnell falsche oder irreführende Gesundheitsinformationen. Vor allem in Chatgruppen und auf Plattformen wie Facebook und Twitter kommen Menschen, die berechtigte Fragen haben, mit solchen „Fake News“ in Kontakt. Was dabei besonders besorgniserregend ist: Viele dieser Falschnachrichten werden absichtlich und gezielt verbreitet.

Warum Menschen für Falschnachrichten, Verschwörungsideen und geschlossene Weltbilder anfällig sind, erklärt das Buch „Fake Facts — Wie Verschwörungstheorien unser Denken bestimmen“, das ich auf unserer Seite vorstelle. Im Buch dröseln die Ökonomin Katharina Nocun und die Psychologin Pia Lamberty auf, wie psychologische Muster und die Logik der Algorithmen ineinander greifen und sich gegenseitig ergänzen. Was du sonst noch von der Lektüre erwarten kannst, kannst du in der Buchbesprechung nachlesen. Wenn dich das Thema interessiert, lege ich dir das Buch ans Herz und dieses Hörstück bei Deutschlandfunk Nova, in dem die beiden Autorinnen über die Inhalte ihres Buches sprechen.

Zuzahlungen

Im zweiten September-Beitrag geht es mal wieder um eine ganz praktische Hilfe zur Orientierung im Dschungel unseres Gesundheitswesens: Blickst du bei den Zuzahlungen durch, die du leisten musst, wenn du in der Apotheke ein Rezept einlöst? Oder bei deinen Physiotherapeut*innen? Oder wenn du im Sanitätshaus Hilfsmittel abholst? In vielen Fällen, wenn du solche Kassenleistungen in Anspruch nimmst, fordert deine Krankenkasse von dir eine Beteiligung. Doch wann gilt was? Iris schreibt in ihrem Beitrag wie immer sehr strukturiert und übersichtlich auf, wie Zuzahlungen geregelt sind, wann du befreit bist und warum es sich lohnen kann, die Quittungen aufzuheben.

Zentrale Anlaufstelle

Unsere Rubrik Verlässliche Gesundheitsinfos finden gibt es deshalb, weil Orientierung im Netz oft schwierig ist, wenn es um Gesundheitsfragen geht. Und die existierenden Angebote sind weit verstreut. Seit einiger Zeit wird deshalb in Deutschland die Idee eines Nationalen Gesundheitsportals diskutiert, das verlässliche Gesundheitsinfos an einem Ort verfügbar macht. Anfang September ist erstmal ein Prototyp gestartet. Demnächst werden wir mehr dazu berichten.

In anderen Ländern gibt es solche Portale schon länger. Interessante Einblicke zu diesem Thema gibt eine Blog-Serie der Bertelsmann-Stiftung, von der bisher zwei von drei Teilen erschienen sind: Das bieten sundhek.dk, 117.se und Co. und Wie aus medizinischen Erkenntnissen Gesundheitsinformationen werden.

Was Umwelt- und Medizinjournalismus verbindet

Tanja Krämer, eine Hälfte des Gründungsteams von Riffreporter, beleuchtet in einem sehr lesenswerten Text, warum Wissenschaftsjournalismus in vielen Redaktionen immer noch am Katzentisch sitzt, was eigentlich journalistische Neutralität heißt, warum neue Experimente notwendig sind, warum wir mehr Konfliktfreude brauchen und Komplexität zulassen sollten. Sie stellt das am Beispiel des Umweltjournalismus dar, aber das Prinzip lässt sich auf alle Wissensgebiete anwenden — wir finden, in besonderem Maße auch auf den Medizinjournalismus.

An Komplexität mangelt es in der Medizin ja nicht — wie wir in diesem Jahr deutlich spüren. Oft ist es schwierig, in den Zahlenorgien den Überblick zu behalten und sich von der Unsicherheit nicht aus der Bahn werfen zu lassen. Der Risikoforscher Gerd Gigerenzer gibt in diesem Interview einen guten Überblick darüber, wie du mit unübersichtlichen Statistiken und überbordender Unsicherheit gut umgehen kannst.

Keine Fake News

Keine Falschmeldung ist übrigens: Wir arbeiten unabhängig, schalten keine Werbung und lassen uns nicht von verborgenen Gönnern mit Eigeninteressen finanzieren. Das ist ein essenzieller Teil unseres Selbstverständnisses als Medizinjournalistinnen.

Das bedeutet aber auch viel Unsicherheit, was die Finanzen angeht: Schätzen Menschen unsere Arbeit so sehr, dass sie uns etwas in den Hut werfen — einmalig oder regelmäßig oder sogar per Riffreporter-Flatrate? Die gute Nachricht: Anders als bei Corona kannst du an dieser Unsicherheit etwas ändern. ;-)

Wenn das finanziell gerade nicht drin ist, kannst du deine Wertschätzung auch auf andere Weise ausdrücken.

Wir sagen in jedem Fall: Vielen Dank!

Herzliche Grüße, auch von Iris,

Silke

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